1. Preis Kategorie Café & Bistro 2026

goldmarie

Ein Blick an die Decke genügt, und die Gedanken tauchen ein ins dunkle Tiefseegrün des Ozeans. Zurück am Boden, umgeben von hellem Mintgrün und kräftigem Orange, bleiben Bilder von Korallenriffen und dem Licht, das sich langsam in der Tiefe des Meeres auflöst. Feinsinnig abgestimmte Farbnuancen, fließende Linien und verspiegelte Oberflächen lassen die Gäste des Bistros „goldmarie“ am Mainzer Zollhafen seit Mai 2023 in einer maritimen Atmosphäre treiben.

Nachdem der industrielle Hafenbetrieb vor rund 15 Jahren rheinabwärts zog, entstand auf dem Gelände des seit Ende des 19. Jahrhunderts genutzten Hafens das neue Stadtquartier Zollhafen Mainz mit Wohn- und Büroflächen, Parks, einer Marina und gastronomischen Angeboten. Letztere waren noch nicht entstanden, als Louisa Marie Focking die Idee für einen Ort hatte, der die unterschiedlichen Nutzergruppen im Quartier anspricht und dabei gleichermaßen als Restaurant, Bistro und Bar funktioniert.

GastronomieGoldfisch Gastro GmbH
StandortClarissa-Kupferberg Platz 9, 55118 Mainz (D)
InnenarchitekturLNID + hdg Architekten BDA
Gesamtfläche191 m²
Planungsbürogoldmarie
Zum Profil
FotografieHenrik Schipper, Lennart Wiedemuth
Die ‚goldmarie‘ ist bewirtetes Wohn- zimmer und urbaner Treffpunkt zugleich – ein Ort, der Atmosphäre, Gemeinschaft und Vielfalt in lebendiger Form vereint.

Fabrice Henninger

Mit den Investoren einer hochwertigen Bürofläche als Partner und der Vorstellung von der „goldmarie“ als einem urbanen Raum, der den Blick auf das Wasser und die maritime Lage erlebbar macht, trat die Junggastronomin an den Designer Lukas Nobili heran. Im Team mit Fabrice Henninger von hdg Architekten hieß es, zunächst eine Nutzungsänderung zu erwirken und schließlich für die 191 Quadratmeter Fläche eine für Gastronomie funktionierende Infrastruktur zu schaffen. Die größte Herausforderung lag daher im Platzmangel – sowohl im Gastraum als auch in der Küche. Was die Gestalter aber nicht als Einschränkung begriffen, sondern aus den beiden stark unterschiedlichen Raumhöhen und der lang gestreckten Fläche überhaupt erst das lebendige Raumkonzept entwickelten: Die Nebenflächen wurden maximal komprimiert und stehen so umso stärker im Kontrast zum offenen, lichtdurchfluteten und großzügig wirkenden Gastraum. Fest eingebautes Mobiliar gibt dem Raum Klarheit und Ordnung – und bildet so den ruhigen Hintergrund für die Lebendigkeit, die durch die vielfältigen Nutzungsszenarien und damit einhergehende flexible Möblierung entsteht. Horizontale Linien bewegen sich durch den Raum und erinnern gleichermaßen an Ozeandampfer wie an das Leitmotiv der Schichtenstaffelung der Meerestiefe. Am Übergang zum niedrigen hinteren Bereich verdichten sich die Linien zu einem skulpturalen Objekt – der Theke, die als Herzstück die architektonische Idee in konzentrierter Form sichtbar macht.

Impressionen