– Fühle Mexiko –

Santos

Mexiko bietet eine breite, in Europa jenseits der gewohnten Gerichte eher unbekannte kulinarische Palette. Den beiden Gründern des Restaurants „Santos“, Florian Robetin und Andrei Parapam, ist es ein Anliegen, diese authentische mexikanische Küche erlebbar zu machen: „¡Siente México!“ – Fühle Mexiko – gilt dabei nicht nur für die Speisekarte, sondern war gleichzeitig auch die Maxime für das Gestaltungskonzept der Räumlichkeiten.

Das Restaurant „Santos“ im 2. Wiener Bezirk – bereits der dritte Standort der beiden Betreiber – entstand aus der Zusammenlegung zweier Gebäude mit ursprünglich getrennten baulichen Strukturen und unterschiedlichen Deckenhöhen durch die Vornutzer. Dies führte zu einer stark fragmentierten Raumwirkung. Im Zuge des Umbaus wurde dieser Herausforderung mit einem klaren gestalterischen Ansatz begegnet: Statt die baulichen Unterschiede zu kaschieren, hat das Architektenteam von BFA x KLK diese architektonisch neu interpretiert und geordnet, inspiriert von der Formensprache des berühmten mexikanischen Architekten Luis Barragán.

BetreiberAzul GmbH
StandortPraterstraße 24, 1020 Wien (A)
InnenarchitekturBFA x KLK
Gesamtfläche420 m²
PlanungsbüroSantos
Zum Profil
FotografieDavid Schreyer
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V.l.n.r.: Fabian Lutter, Christian Knapp, Anna-Vera Deinhammer, Heinz Lutter

Im vorderen Hauptraum dominieren nun kräftige, gesättigte Farben, großzügige Raumhöhen von vier Metern sowie eine lebendige Nutzung mit Bar und Ausblick in den Stadtraum durch die großen Rundbogenfenster. Die beiden massiven Mauerpfeiler in der Mitte des Raums erhalten durch die Fliesenverkleidung eine skulpturale Anmutung. Um die Pfeiler sind rundum Sitzbänke geführt, es entsteht eine Art Mittelschiff, das mit natürlichen Wüstengewächsen durch die Planer von Mullan Gardens & Landscapes bepflanzt ist. Die Gestaltung spiegelt die offene, kommunikative Seite der mexikanischen Esskultur wider und unterstreicht das Selbstverständnis eines Ortes, der Gastronomie als soziales Ereignis begreift. Im hinteren Bereich ändert sich die Atmosphäre: Mit sinkenden Deckenhöhen und differenzierter Farb- und Lichtgestaltung entstehen zonierte Räume, in denen kleinere Sitzbereiche und Nischen Rückzug und Ruhe ermöglichen – ohne den formalen Zusammenhang zu verlieren. Hier dominiert gestalterisch der natürliche, erdige Lehmputz an den Wänden, der je nach Raumfunktion in verschiedenen Feinheitsgraden und Farbnuancen aufgebracht ist. Seine raue Haptik steht im Kontrast zur glänzenden Oberfläche der Fliesen. Das Interior übersetzt die Grundhaltung der Küche – authentisch mexikanisch, kraftvoll, direkt und qualitätsbewusst – in ein räumliches Konzept, das sowohl in der Materialität als auch in der Farbgebung die Kulinarik widerspiegelt.

Impressionen